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Nanas und Niki de Saint Phalle

25. Jul 2020 | Informatives, Kunst

Kennst Du Niki de Saint Phalle? Das war eine französisch-amerikanische Künstlern, die von 1930 – 2002 in Frankreich, der Schweiz, Italien und den USA gelebt hat. Geboren in Frankreich als zweites von 5 Kindern wird Cathérine Marie-Agnes Fal de Saint Phalle, so der Geburtsname, von ihrer Mutter als Kind Niki genannt. Der Vater war ein adeliger Bankier, der im Börsencrash 1929 sein gesamtes Vermögen verlor, die Mutter war Amerikanerin.

Weltberühmt wurde Niki mit ihren üppigen, bunten, runden, tanzenden Frauenfiguren, die “Nanas”, die Fröhlichkeit und Leichtigkeit ausstrahlen. Ihre ersten Nanas entstanden 1965, zuvor hatte Niki sich mit verschiedenen Rollen der Frau künstlerisch auseinander gesetzt. Sie schuf die Hexe, Nonne, Hure, Braut etc.

Ihre ersten Nanas waren noch aus Wolle und Stoff auf Drahtgeflecht. Sie hatten bewegte Körperhaltungen und schienen das Leben nicht so ernst zu nehmen. Die Nanas waren ein extremer künstlerischer Wandel im Werk der Künstlerin. Als 11-jährige von ihrem Vater mißbraucht, landete sie im Alter von 23 Jahren in einer Psychiatrie. Dort begann sie nach mehreren Elektroschocks zu malen und beschloß fortan ohne akademische Ausbildung Künstlerin zu werden.

Wenn man ihr Leben und Werk betrachet kann wohl sagen dass sie sich mit ihrer Kunst selbst geheilt hat. Ihre frühen Werke sind noch von enormer Wut und Aggression gekennzeichnet. Sie schoß z.B. mit einem Gewehr auf Gipsbilder, hinter denen sie bunte Farbbeutel angebracht hatte. So sah es aus, als ob das Bild blutete. Sie machte richtige Happenings, bei denen die Besucher auf ihre Bilder schießen konnten bis sie “tot waren”. Diese Werke nannte sie “Tirs”.

Schwarze Nana, 1965, Sprengel Museum

Mit 35 Jahren hatte sie dann endlich ihren Schmerz überwunden und es entstanden neue, fröhliche Figuren, ihre Nanas. Ihre Ausstellung 1967 in Amsterdam nennt sie „Alle Macht den Nanas“ und ist davon überzeugt: „die bessere Lösung für diese Welt ist die Herrschaft der Frauen … die Lösung aller Probleme durch Freude“.2

Ihre Nanas sind ein Symbol für das Urweibliche. Wenn man frühe Funde von weiblichen Skulpturen sieht, wie z.B. die fast 30.000 Jahre alte kleine Skulptur “Venus von Willendorf”, so sind ihre Nanas von den üppigen Formen her gar nicht so unähnlich. Niki tranportiert die Üppigkeit in eine neue, moderne, bunte Form. Nikis Nanas sind viel größer, haben meist einen kleineren Kopf und sie haben bewegte Körperhaltungen. Ihre späteren Nanas entstehen aus Polyester, einem Material, was es erlaubt neben den bunten, kräftigen Farben Skulpturen für den Aussenbereich zu gestalten. Sie liebte dieses Material, jedoch wußte sie damals noch nicht um seine Giftigkeit. Bei der Herstellung hat sie sich mit den Dämpfen ihre Lunge schwer verätzt.

Ihr größtes Werk war ihr “Tarotgarten” in der Toskana. In ihm gestaltete sie mehrere riesige, begehbare Skulpturen. Das Zentrum bildet eine  “Nana-Sphinx”, die Kaiserin, in der sie jahrelang selber wohnte. Der Tarotgarten, den sie entworfen hat, war in der Ausführung ein Gemeinschaftswerk von ihr und ihren Mitarbeitern. Darunter auch ihr 2. Ehemann Jean Tinguely, ein schweizer Bildhauer und Vertreter der kinetischen Kunst, mit dem sie viele Jahre zusammen künstlerisch arbeitete. Ihr bekanntestes gemeinsames Werk ist der Strawinsky Brunnen in Paris. Nikis letztes Werk in Europa war die Gestaltung der Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Sie erlebte die Fertigstellung der Grotte nicht mehr. Im Alter von 71 Jahren starb sie in San Diego, Kalifornien an den Folgen ihrer Krankheit.

Warum ich hier über Niki schreibe? Sie hat mich mit ihren fröhlich-bunten Nanas inspiriert meine “Nana Therapie” zu entwickeln.

Faszinieren Dich Nanas genauso wie mich? Schreib mir gerne in den Kommentar

(Quellen: 1 Film Peter Schamoni, „Wer ist das Monster- Du oder ich?“,  2 Bettina Schürmann „Niki de Saint Phalle, die Lebensgeschichte, Prestel 2011, Bildnachweis: Claudia Dedden)

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