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Der Lebensbaum, Ursprung und Verwendung als Symbolbild

25. Jul 2020 | Informatives, Kunst, Kunsttherapie

Schon früh in der Menschheitsgeschichte waren die Menschen von Bäumen fasziniert. Der Lebensbaum taucht in der Mythologie vieler Völker rund um den Globus auf. Er gilt als uraltes Symbol kosmischer Ordnung. Mit Wurzeln, Stamm und Krone verbindet er Unterwelt, Erde und Himmel.

Im alten Testament stehen der Lebensbaum und der Baum der Erkenntnis im Paradies. Nach dem Sündenfall müssen Adam und Eva das Paradies verlassen und haben keinen Zugang mehr zu dem Lebensbaum…

Die Menschen hatten früher eine ganz andere Beziehung zu Bäumen als wir heute. Sie lebten in, von und mit den Wäldern. Häuser, Möbel, Geschirr, alles wurde aus Holz gemacht. Bäume dienten als Nahrungsmittel mit ihren Nüssen, Buchäckern und Kastanien. Mit ihnen wurde Feuer gemacht, aus Rinden, Blättern und Blüten sowohl Medizin wie auch Gift gewonnen. Bäume wurde als Gottheiten verehrt und als Versammlungsstätten genutzt…

In Märchen, Mythen und Brauchtum tauchen Bäume in unterschiedlichen Formen auf. So gibt es z.B. den keltischen Baumkreis, der als Kalender diente, die Eiche von Mamre (Eiche Abrahams), die Weltenesche Yggdrasil der Germanen, den Weltenbaum, der als Weltachse galt, das Märchen von Hänsel und Gretel, die sich im Wald verlaufen… In unserer heutigen Gesellschaft haben Tannenbaum und Maibaum jahreszeitlich noch eine große Bedeutung…

Der Baum im Wandel der Jahreszeiten ist mit seinen Blüten, Blättern, herbstlichem Laub und absterbenden Ästen auch ein Symbol für den Zyklus des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Vergänglichkeit … Mit seinen breiten Ästen und Baumkronen diente er den Menschen seit jeher als Schutz. Er ist ein Symbol von Kraft, Stärke und Heilung…

Was fasziniert die Menschen so an den Bäumen? Vielleicht ist es die symbolische Ähnlichkeit mit dem Menschen, da der Mensch ebenso aufrecht im Leben steht wie ein Baum, die Arme ähnlich wie Äste sind und die Wurzeln das Standhafte oder auch die Herkunft und die Krone den Kopf symbolisieren…

In der Psychotherapie gehören nach C.G. Jung Bäume zu den Archetypen: das sind tief in der menschlichen Seele verwurzelte Ur-Symbole, die bei allen Menschen auf der Erde gleich sind, egal wo sie leben und in welcher Kultur sie groß geworden sind ….

In der Kunsttherapie, bei der psychische Themen mit kreativen Methoden verarbeitet werden, ist es eine gängige Methode ein Lebensbaum-Bild zu malen. Er zeigt die vielschichtigen Lebensthemen des Klienten. Der Klient malt intuitiv seine Gefühle und eine Art Zustandsbeschreibung seines Lebens. Das fertige Bild wird mit dem Klienten besprochen. Es zeigt wo sich der Klient gerade im Leben befindet, was seine Ressourcen sind und in welche Richtung er Potential hat sich zu entwickeln.

Auch im Coaching ist die Arbeit mit dem Lebensbaum eine gängige Methode. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen und Deutungsansätze… So gilt z.B. der Bereich der Wurzeln als Ursprung, der Stamm als Ist-Zustand und die Krone als Bereich des Wachstums…

Bei meiner Art des Lebensbaum-Coachings arbeite ich erst in einer Coachingsitzung als „Standortbestimmung“ die verschiedenen Lebensbereiche eines Klienten mit ihm heraus. Anschließend spiegele ich ihm das in einem von mir handgemalten Lebensbaumbild. So kann er nach der Coachingsitzung immer wieder bei der Betrachtung des Bildes darin eintauchen und langfristig als ganz persönliches Kraftbild nutzen und auf sich wirken lassen …

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